Der Alltag in der klinischen Bewertung und biologischen Sicherheit ist oft vollgepackt: Publikationen sichten, State-of-the-Art-Abschnitte schreiben, Guidance-Dokumente durchsuchen, Ergebnisse aufbereiten.
Wer das alles alleine stemmt, weiß: Zeit ist die knappste Ressource.
KI-Tools versprechen Entlastung. Aber die meisten Empfehlungen, die man dazu liest, sind entweder zu allgemein oder an Entwickler gerichtet.
Was mir oft fehlt, sind konkrete Einblicke aus der Praxis. Deshalb teile ich hier, welche drei Tools ich selbst täglich nutze und wofür ich sie einsetze.
Mammouth.ai: Alle Modelle, ein Abo
Mammouth.ai ist ein KI-Aggregator. Das bedeutet: Ich habe über eine einzige Oberfläche Zugriff auf alle relevanten Sprachmodelle, also GPT-4o, Claude, Gemini und weitere, ohne für jedes Modell ein eigenes Abo abzuschließen. Das spart Kosten und vor allem den ständigen Wechsel zwischen Tabs und Accounts.
Was mich besonders überzeugt, sind die sogenannten „Mammuts“. Das sind konfigurierbare Assistenten mit einer genauen Rollen- und Aufgabenbeschreibung, die ich mit eigenen Dokumenten als Wissensbasis ausstatten kann. Ich habe zum Beispiel ein Mammut, das ausschließlich für Formatierungsaufgaben zuständig ist, etwa das Erstellen von Abkürzungsverzeichnissen aus technischen Dokumenten.
Ich setze Mammouth.ai vor allem ein für:
- Formatierungsaufgaben, die repetitiv und zeitraubend sind
- Brainstorming zu regulatorischen Fragestellungen und Argumentationslinien
- Formulierungshilfen, wenn ich einen Text überarbeiten will, aber selbst zu nah dran bin
Für wen lohnt es sich? Für jeden, der regelmäßig mit mehreren Modellen arbeitet und nicht für jedes einzeln zahlen will.
NotebookLM: Recherche mit nachvollziehbaren Quellen
NotebookLM nutze ich gerne für Rechercheaufgaben. Ich lade Publikationen, Guidance-Dokumente oder Datenbankoutputs hoch und chatte gezielt mit diesen Quellen. Jede Antwort ist mit einer prüfbaren Referenz hinterlegt, ich sehe also genau, aus welchem Dokument eine Information stammt.
Das ist in der klinischen Bewertung und biologischen Sicherheit kein Nice-to-have, sondern Voraussetzung. Wer einen State-of-the-Art-Abschnitt schreibt oder eine toxikologische Bewertung vorbereitet, muss jede Aussage belegen können. NotebookLM macht genau das möglich, ohne dass ich jedes Dokument selbst Seite für Seite durchsuchen muss.
Konkrete Anwendungsfälle bei mir:
- State-of-the-Art-Abschnitte für klinische Bewertungsberichte
- Toxikologische Recherchen als ergänzende Grundlage
- Gezieltes Durchsuchen von Guidance-Dokumenten nach spezifischen Anforderungen („Wo stand noch mal…?“)
Ein Hinweis: NotebookLM ersetzt keine fachliche Bewertung. Es liefert Fundstellen, keine Schlussfolgerungen. Die Einordnung bleibt meine Aufgabe.
Gamma: Inhalte aufbereiten ohne Formatierungsstress
Ich arbeite überwiegend in Markdown. Das ist effizient, aber optisch wenig überzeugend, wenn ich Ergebnisse an Kunden oder Kollegen weitergebe. Gamma löst dieses Problem (und entwickelt sich gerade zu meinem kleinen KI-Guilty-Pleasure ;-)).
Ich übergebe meine Inhalte, und Gamma übernimmt die visuelle Aufbereitung. Das Ergebnis sind ansprechende Präsentationen, Konzeptpapiere oder Begleitmaterialien, ohne dass ich mich mit Foliendesign beschäftigen muss. Für jemanden, der Formatierungen hasst und sich lieber auf Inhalte konzentriert, ist das eine echte Entlastung.
Ich nutze Gamma vor allem für:
- Präsentationen für Kundengespräche
- Konzeptpapiere, die ich extern teile
- Begleitmaterialien zu Projektergebnissen
Fazit
Keines dieser drei Tools ersetzt das Fachwissen, das in der klinischen Bewertung und biologischen Sicherheit gefragt ist. Sie nehmen mir aber Aufgaben ab, die Zeit kosten, ohne inhaltlichen Mehrwert zu schaffen. Genau dafür sind sie gedacht.
Wenn Sie überlegen, wo KI in Ihrem Alltag sinnvoll ansetzen kann: Fangen Sie mit einem konkreten Schmerzpunkt an. Nicht mit dem Tool, das gerade gehyped wird.
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